Politisches Profil

Monya Buss

monya_portrait

Monya Buss
Fraktionsvorsitzende
Stadtrat Waltrop
Bündnis 90/Die Grünen

02309 41 76
Kontakt

Weitere Mitgliedschaften:
GAR NRW
BUND
Sea Shepherd
OneLoveOneWorld

Ausschüsse:
Haupt- & Finanzausschuss
Rechnungsprüfundausschuss
Ausschuss für Jugendhilfe & Soziales

Über Monya

Ich bin 1985 in Datteln geboren, in Waltrop aufgewachsen und habe dort auch die Schule besucht. In meiner Familie gehörte Politik schon immer zum Alltag. Breits meine Großmutter hat sich in Waltrop gesellschaftlich und politisch engagiert und mein Onkel holte 1979 für die Grüne Liste Waltrop eines der ersten Ratsmandate. In den 90ern prägte meine Mutter, gemeinsam mit ihren beiden Ratskollegen, die Grüne Fraktionsarbeit im Waltroper Stadtrat und formte als engagierte Frauenrechtlerin die gesellschaftliche Struktur vor Ort. So verwundert es nicht, dass ich bereits in meiner Schulzeit Initiativarbeit leistete. Besonders ist mir, von dieser Anfangszeit, meine Mitarbeit in der Waltroper Friedensinitiative gegen den Irakkrieg in Erinnerung geblieben: Nächtliche Mahnwachen, Informationsveranstaltungen für Jugendliche, Samstagsstänge am Kiepenkerl und Kundgebungen. Das Gefühl, dass ich aktiv etwas bewegen kann (und sei es auch nur im Kleinen), dass ich Mitstreiter*innen habe, mit denen ich meine Sorgen & Ängste teilen kann und dass die Menschen in der Stadt auf mein Handeln reagieren, das hatte ich vorher noch nicht erlebt. Motiviert suchte ich nach Möglichkeiten mich in Waltrop einzubringen, war bei der Initiativen Menschen gegen Atomanlagen (MegA) und fuhr zu diversen Demonstrationen. 2004 schloss ich mich der Grünen Liste Waltrop an, kandidierte auf der Liste für die Kommunalwahl und erhielt letztlich einen Sitz im Ausschuss für Jugendhilfe und Soziales, wo ich meine ersten parlamentarischen Erfahrungen sammelte und bis heute Mitglied bin. Im Jahr 2005 gründeten wir den Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Waltrop, dessen Sprecherin ich von 2007 bis 2009 war und seither Mitglied im Vorstand bin. Mit der Kommunalwahl 2009 zog ich erstmalig in den Rat der Stadt Waltrop als stellvertretende Fraktionsvorsitzende ein. Mein Mentor Lars Holtkamp half mir als Fraktionskollege die neuen Aufgaben- und Themenfelder schnell zu erschließen, so dass ich 2013 den Fraktionsvorsitz von ihm übernahm. Die bisher intensivste, politisch geprägte Zeit war der Kommunalwahlkampf 2014. Nachdem ich von meinem Ortsverband als Spitzenkandidatin gewählt wurde, hatte ich die Chance meine Kreativität, meine Themenschwerpunkte und meine Persönlichkeit in den Wahlkampf einfließen zu lassen. Mein Ziel: Drei Ratsmandate! Mit einem bunten, jungen & unkonventionellen Wahlkampf überraschten wird die Waltroper*innen, als einzige Partei hatten wir 50% weibliche Kandidatinnen und 30% Menschen unter 35 Jahren auf unserer Liste. Vielfalt war unsere Stärke, ebenso wie ein tatkräftiges und engagiertes Team - das wurde von den Wähler*innen belohnt. 🙂 Heute widme ich mich als Fraktionsvorsitzende weiterhin meinen Themenschwerpunkten, koordiniere die Fraktionsarbeit und interagiere mit den anderen Parteien auf der Suche nach Kompromissen. Meine Initiativarbeit habe ich jedoch nicht aufgegeben, ehrenamtliches Engagement ist - besonders in einer Nothaushaltskommune - das Fundament einer funktionierenden Gemeinschaft. Also engagiert euch! 🙂

Mehr Frauen in die Politik

Frauen sind in den deutschen Kommunalparlamenten deutlich unterrepräsentiert. Besonders in den deutschen Mittelstädten liegt der Frauenanteil in Rat und Verwaltung bei gerade mal 25%. Bei den Fraktionsvorsitzenden sieht es noch schlechter aus, so auch in Waltrop:
Zwischen 2013 und 2014 war ich die einzige weibliche Fraktionsvorsitzende und saß bei interfraktionellen Runden mit fünf (meist deutlich älteren) Männern am Tisch.
Aber was sind die Ursachen für diese Unterrepräsentanz? Sind Frauen einfach für Politik nicht gemacht oder haben die Parteien eine abschreckende Wirkung auf das weibliche Geschlecht?
Im Rahmen meiner Tätigkeit an der FernUniversität in Hagen habe ich gemeinsam mit Prof. Dr. Lars Holtkamp und Dr. Elke Wiechmann die Menchanismen der Frauenunterrepräsentanz untersucht und in einer Studie für die Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlicht: Erstes Genderranking deutscher Mittelstädte.

Neben unser innerparteilichen Frauenförderung, über quotierte Listen und familienfreundlichen Sitzungsterminen, haben wir auch Maßnahmen angeregt, die Frauen an kommunalpolitische Ämter heranführen sollen, z.B. eine VHS-Kursreihe mit dem Ziel "Mehr Frauen in die Politik". Auch engagiere ich mich besonders für das Audit Familiengerechte Kommune, Frauen mit Migrationshintergrund und Alleinerziehende.

Gerne nehme ich Projekt- oder Antragsvorschläge in diesem Bereich entgegen oder komme als Referentin für dieses Thema zu Veranstaltungen oder Treffen mit frauenpolitischem Schwerpunkt.

Politik von jungen Menschen für junge Menschen

Neben Frauen sind insbesondere junge Menschen in der Politik unterrepräsentiert, dabei wirkt sich die Politik von heute maßgeblich auf die Generation nach uns aus. In Waltrop hatte ich das Glück von meinen älteren Kolleg*innen gefördert und mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut zu werden, so dass ich schnell das notwendige Rüstzeug erlernen konnte, um mich im politischen Rahmen sicher zu bewegen. Seither versuche ich daher selbst junge Menschen für Politik zu begeistern und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, die Zukunft von Waltrop mitzugestalten.

Nicht nur, dass wir auf unserer Wahlliste mindestens 30% Menschen unter 35 Jahren (auch ohne Parteibuch) aufstellen, wir geben ihnen die Chance für uns in Ausschüssen, Beiräten und sonstigen Gremien zu repräsentieren und sich im Sinne grüner Politik einzubringen. Darüber hinaus haben wir seit 2014 eine autonome Grüne Jugend Waltrop.

Die Grüne Jugend erarbeitet eigenständig Themen, organisiert Informationsveranstaltungen und feiert Partys mit jugendpolitischem Bezug. Zum Beispiel fand Mitte 2015 eine Podiumsdiskussion zur Cannabislegalisierung mit dem Grünen Landesvorsitzenden Sven Lehmann unter dem Motto "Legalize it?" statt. Ein weiteres Highlight war das Protestcamp im Waltroper Moselbachpark, welches die Grüne Jugend in Kooperation mit der IG Stadt & Park organisierte, um gegen die Bebauung des Waltroper Stadtparks durch EDEKA zu demonstrieren. Als Belohnung für die geleistete Arbeit wird einmal im Jahr gefeiert: Zu Rock, Reggae und Drum&Bass feierten über 250 Gäste beim GREENSTAGE 2015.

Refugees Welcome

Kein Thema verlangt dieser Zeit mehr Aufmerksamkeit als der Krieg in Syrien und die daraus resultierende drohende Humanitäre Katastrophe. Natürlich können wir von Waltrop aus nicht die Bundespolitik ändern, oder gar den Weltfrieden ausrufen, aber wir können den Menschen, die zu uns flüchten helfen sich bei uns einzuleben und ihnen eine Zukunftsperspektive geben.

Besonders was die Unterbringung und Versorgung der Geflüchten angeht sind die Kommunen gefragt. Bereits 2013 haben wir in Waltrop ein dezentrales Unterbringungskonzept (vorrangig) für Familien und Alleinerziehende mit Kindern in privatem Wohnraum gefordert. Seither hat sich die Anzahl der in Waltrop lebenden Geflüchteten mehr als verfünffacht und wir sind froh bereits frühzeitig aggiert zu haben, so dass sich nicht zuletzt durch unser Engagement für das Thema ehrenamtliche Helfer*innengruppen gebildet haben, die in Kooperation mit der Waltroper Stadtverwaltung den Geflüchteten in allen Lebenslagen zur Seite stehen. Als Grüne versuchen wir natürlich alles, um auf politischer Ebene die Weichen für eine menschenwürdige Unterbringung und eine integrative Bildungspolitik zu stellen. Aber auch im ehrenamtlichen Bereich sind meine Parteikolleg*innen und ich aktiv: Wir geben kostenfreie Deutschkurse, helfen bei der Kleiderkammer, übernehmen Hauspatenschaften oder organisieren Events wie die Refugees Welcome Party. Aber es gibt noch viel zu tun: Freies WLAN in den Sammelunterkünften, städtische Bauprojekte für sozialen Wohnraum, etablierung eines Rahmenvertrags für die Gesundheitskarte und die besonderen Aufgaben im Bereich der Betreuung minderjähriger, unbegleiteter Flüchtlinge sind die Herausforderungen des kommenden Jahres.